30.09.2008: "Erstflug" in Terminal 1
Dienstag, den 30. September 2008, hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Beisein von Ministerpräsident Günther H. Oettinger am Stuttgarter Flughafen das weltweit erste startfähige, bemannte Flugzeug mit Brennstoffzellenantrieb vorgestellt. Der gemeinsam vom DLR-Institut für Technische Thermodyna-mik und der Lange Aviation GmbH entwickelte Flug-versuchsträger Antares DLR-H2 soll noch in diesem Jahr zum Erstflug starten - mit Energie aus dem bordeigenen Brennstoffzellensystem. Bis zum 14. Oktober 2008 ist das Flugzeug gemeinsam mit einer Begleitausstellung über die Zukunft der Brennstoffzelle in der Luftfahrt in der Eingangshalle von Terminal 1 zu besichtigen. |
| Die Antares DLR-H2 in Terminal 1, Flughafen Stuttgart |
"Mit dem Antares DLR-H2 stellt das DLR gemeinsam mit Lange Aviation eine Technologieplatt-form zur Verfügung, die den Einsatz der Brennstoffzelle in der Luftfahrt entscheidend voranbringt", unterstrich DLR-Luftfahrtvorstand Prof. Dr.-Ing. Joachim Szodruch die Bedeutung des Forsch-ungsprojekts. Nach der Begrüßung durch Prof. Georg Fundel, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH, gratulierte Ministerpräsident Günther H. Oettinger allen Verantwortlichen und Beteiligten zu diesem "baden-württembergisch/rheinland-pfälzischen hoch ambitionierten Ge-meinschaftsprojekt". Der Ministerpräsident zeigte sich hocherfreut, eine federführende Forsch-ungseinrichtung in Baden-Württemberg zu haben, die sich der Erforschung zukunftsfähiger Energietechnologien und damit dem Schutz von Klima und Umwelt für künftige Generationen widmet.
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| Ministerpräsident Günther H. Oettinger | Prof. Dr.-Ing. Joachim Szodruch, Vorstand DLR, Bereich Luftfahrt |
"Uns steht international ein neues Zeitalter technologischer Sprünge und Innovationen bevor. Herausforderungen des Umwelt- und Klimaschutzes, aber auch der Endlichkeit natürlicher Ressourcen auf unserem Planeten, spielen dabei als Antriebskraft eine zentrale Rolle." Baden-Württemberg habe daher die Erforschung und Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie gezielt gefördert und ausgebaut.
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| Prof. Dr. Dr.-Ing. Hans Müller Steinhagen, Institutsdirektor DLR, Institut für Technische Thermodynamik | Dr. Josef Kallo, DLR, Projektleiter Antares DLR H2 |
Ziel der Forschungsarbeiten des DLR ist es, Brennstoffzellen als zuverlässige Bordstromver-sorgung für die kommerzielle Luftfahrt zu entwickeln. "Hier ist die Brennstoffzelle eine wichtige Alternative zu heutigen Energiebereitstellungssystemen", so Prof. Dr. Hans Müller-Steinhagen, Direktor des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik. Sie vereint die Vorteile einer hohen Effizienz mit niedrigem Schadstoffausstoß, sicherem Flugbetrieb und hohem Passagierkomfort.
Kooperation zwischen DLR und Lange Aviation
Der in Kooperation mit Lange Aviation entwickelte fliegende Hochtechnologie-Versuchsträger Antares DLR-H2 bietet eine kostengünstige Testplattform zur Brennstoffzellensystementwicklung für die Luftfahrt. Er basiert auf dem von Lange gebauten einsitzigen Motorsegler Antares 20E, die Spannweite beträgt 20 Meter, das Gewicht 660 Kilogramm. Als primäre Energiequelle für den Antrieb ist beim Antares DLR-H2 ein vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik speziell dafür bereitgestelltes Brennstoffzellensystem eingesetzt. In zwei zusätzlichen Außenlast-behältern ist es zusammen mit dem Wasserstofftank unter den dafür verstärkten Flügeln an-gebracht. Es liefert die elektrische Energie für den von Lange Aviation entwickelten Antriebs-strang, der aus der Leistungselektronik, Motor und Propeller besteht.
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| Visualisierung der Strömungsanalyse der Antares H2 mit Aussenlastbehältern |
"Die Vorteile der Brennstoffzelle in der Luftfahrt liegen im hohen Wirkungsgrad der Elektrizitäts-erzeugung und den geringen Emissionen", erklärt Projektleiter Dr.-Ing. Josef Kallo vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik. "Der grundlegende Prozess ist die elektrochemische Oxidation von Wasserstoff, diese vollzieht sich geräuscharm und vibrationsfrei - ein weiteres Plus für den Einsatz." Das Besondere der Brennstoffzellensysteme in der Luftfahrt ist ihre Multi-funktionalität: Über die Stromerzeugung hinaus können im Flugzeug noch weitere Produkte und Vorteile der Brennstoffzelle ausgenutzt werden, so beispielsweise das Produkt Wasser, das bei der elektrochemischen Reaktion entsteht. Hierdurch lässt sich die beim Start mitzunehmende Menge Wasser entscheidend verringern. Innovativ ist auch die Verwendung der Abluft, die bei Austritt aus der Brennstoffzelle stark an Sauerstoff abgereichert ist. Sie ist ideal, um die Ent-flammbarkeit des Kerosin-Luftgemischs im Tank herabzusetzen und somit der Flugsicherheit förderlich.
Als Technologie-Plattform optimiert der Antares DLR-H2 die Testzeit des DLR-Forschungs-flugzeugs Airbus A320 ATRA, da sein Brennstoffzellensystem annähernd identisch ist mit dem in Großraumflugzeugen verwendeten System zur Bordenergieversorgung.
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| Ministerpräsident Günther H. Oettinger, Prof. Georg Fundel und Axel Lange im Gespräch |
DLR-Begleitausstellung zur Brennstoffzelle in der Luftfahrt:
In einer Begleitausstellung stellt das DLR am Stuttgarter Flughafen im Terminal 1, Ebene 4, vom 1. bis zum 14. Oktober 2008 die Vorteile der Brennstoffzellentechnik in Passagierflugzeugen vor.
Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18 Uhr.








