Flugerprobung Autoschlepp mit der Antares 23

Starten im Autoschlepp das ist für Piloten von Antares 18T und Antares 23T eine viel gewünschte Option, ermöglicht sie doch eine nochmals gesteigerte Unabhängigkeit für diese Flugzeuge mit Heimkehrhilfe. Erste schon umfangreiche Erprobungsstarts im Autoschlepp mit der Antares 18T haben gezeigt, dass diese Startart durchaus eine sinnvolle Ergänzung zum Windenstart beziehungsweise F-Schlepp bilden kann.

Jetzt haben wir die Erprobung des Autoschlepps in Reinsdorf bei Berlin mit einer Antares 23 fortgesetzt.

Es sollte untersucht werden, ob die Antares 23 im Autoschlepp auch mit vollem Wasserballast noch Höhen, aus denen sie eigenständig weiterfliegen, kann erreicht werden. Immerhin wiegt die 23 mit vollen Tanks fast eine Tonne.

Mit den bei der Erprobung gewonnen Daten sollen auch unsere mathematischen Modelle des Autoschleppstarts für große Flugmassen überprüft werden. Da die maximale Flugmasse bei der Antares 23T und der Antares 23E identisch ist, konnte für die Erprobung auf eine gerade verfügbare Antares 23E zurückgegriffen werden.

Anders als bei der Flugerprobung mit der Antares 18T blieb der Motor bei der Erprobung der 23 im Rumpf. Denn für die Zulassung musste bis zur maximal zugelassenen Geschwindigkeit für den Windenstart geflogen werden – das bedeutete deutlich über den Betriebsbereich des Triebwerks hinaus.

Es zeigte sich, dass mit zunehmender Schleppgeschwindigkeit größere Ausklinkhöhen erreicht werden. Bei den ersten Flügen mit 642 Kilogramm Abflugmasse, das heißt ohne Wasserballast, und mit Wölbklappenstellung +1 wurden bei 140 bis 150 km/h Schleppgeschwindigkeit rund 280 Meter Höhe erreicht. Bei 160 bis 165 km/h waren es sogar 300 Meter und das bei 20 bis 30 km/h Gegenwind, der um rund 30 Grad von der Seite kam.

Als Schleppfahrzeug kam bei den Erprobungsflügen auf dem gut zwei Kilometer langen Grasplatz (wir nutzten nicht die volle Länge von ca. 2.800m) ein 258 PS starker BMW 530d Touring mit Allradantrieb zum Einsatz. Das verwendete Dyneemaseil hatte eine Länge von 370 Meter.

Die Flüge mit vollem Wasserballast – die Antares 23E wiegt dann 901 Kilogramm – ergaben deutlich geringere Ausklinkhöhen. Starts mit rund 140 km/h Schleppgeschwindigkeit endeten in 200 Meter Höhe, Schlepps mit 145 bis 155 km/h in zirka 250 Meter. Diese magere Höhenausbeute spricht eher gegen den Autoschleppstart mit der 23 mit Wasserballast.

Das Steuern im Schleppvorgang glich dem im Windenstart und brachte keine Überraschungen. Die aufzubringenden Steuerkräfte waren gering. Es waren auch keine großen Ausschläge erforderlich, um vom Anrollen an die Flächen horizontal zu halten. Auch brauchte während des Steigflugs bei leicht schwanzlastiger Trimmung nicht sonderlich nachgedrückt zu werden.

Mit den Flügen haben wir festgestellt: Die Antares 23E hebt bei 70 bis 80 km/h ab. Weiter nimmt die Fahrt zu, wenn eine deutliche Steigfluglage eingenommen wird. In dieser Phase ist wichtig, dass das Schleppfahrzeug über 90 km/h weiter beschleunigt, ansonsten muss der Pilot wie beim Windenstart darauf achten, keinen zu großen Steigwinkel einzunehmen. Sicher und effektiv wird der Start mit Fluggeschwindigkeiten ab 120 km/h. Das Auto muss dafür auf rund 110 km/h beschleunigen. Bei entsprechendem Gegenwind reicht natürlich eine geringere Geschwindigkeit. Für die Versuche wurde wieder die Tost-Kupplung genutzt, die ohne Aufwand auf Anhängerkupplungen aufgesetzt werden kann.

Jetzt steht die Zulassung der Antares für die Startart Autoschlepp an. Damit sie genutzt werden kann, brauchen die Piloten den Lizenzeintrag Autoschlepp und die Flugplätze müssen die Startart Autoschlepp in ihre Genehmigung aufnehmen.