TECHNIK Die Antares 20E Akkumulatorentechnik

Die Batterie- und Antriebstechnik der Antares 20E stellt eine Revolution bei der konstruktiven Auslegung moderner Hochleistungsmotorsegler dar. Die Antares 20E ist das erste zertifizierte Flugzeug mit Elektroantrieb. Mit einer Flotte von nunmehr mehr als 60 ausgelieferten Flugzeugen in den letzten Jahren haben wir nun auch ausreichende und sehr gute Betriebserfahrungen beim Einsatz der von uns verwendeten Lithium-Ionen Zellen.

Dank dieser Erfahrungen konnten wir im letzten Jahr die Entwicklung eines Hard- und Softwareupdates abschliessen, das neben einer signifikanten Steigerung der Bedienbarkeit und Betriebssicherheit des Elektroantriebes eine höhere gespeicherte Energiemenge des Akkusystems ermöglicht. Man kann nun mit einer um 17% verbesserten Steigleistung mit einer Akkuladung auf 3.500m steigen. Damit haben sich die schon erheblichen Reserven, die man nach einem Eigenstart in die Thermik für den Heimweg oder einen zweiten Flug am Nachmittag hat, nochmals deutlich erhöht. Auch für Wander- oder Überführungsflüge ohne Thermik wird damit eine Reichweite von ca. 200km erreichbar sein. Nach der anfänglichen Formatierung der neuen Zellen in einem neuen Flugzeug mit einer Steigerung bleibt die Kapazität von 100% über viele Jahre erhalten. Nach 4.500 Zyklen oder 20 Jahren erwarten wir noch immer eine Kapazität von 80%, wobei ein Zyklus eine Entladung auf 20% bedeutet, was in der Praxis nur selten vorkommt.

Oft werden wir gefragt, was passiert, wenn eine Zelle defekt ist. Das Batteriesystem lässt sich sehr leicht entnehmen und austauschen, dazu braucht es kaum Werkzeuge und keine speziellen Vorrichtungen. Bisher mussten aber nur sehr wenige einzelne Zellen getauscht zu werden, da deren Zuverlässigkeit generell extrem hoch ist. Wir verwenden hier sehr sichere und langlebige Bauelemente, die unter anderem in der Raumfahrt eingesetzt werden. Bisher haben wir weit über 5.000 derartige Zellen verbaut, davon mussten bisher nur 2 getauscht werden, das bedeutet einen Ausfall von nur 0,4 Promille! Durch den Einsatz der Akkuzellen im Lockheed Martin F-35 Joint Strike Fighter mit einer geplanten Gesamtstückzahl von über 3.000 Flugzeugen musste sich der Hersteller SAFT verpflichten, die Versorgung für mindestens weitere 25 Jahre sicherzustellen.

Ein weiteres Plus: Bisher sind die Zellenpreise bereits um 6% gesunken. Analysten erwarten darüber hinaus wegen des enorm steigenden Einsatzes dieser Technologie in der Automobilindustrie einen Preisverfall bis auf die Hälfte des derzeitigen Preises.