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Ludwig Starkl „Mit einem anderen Flugzeug wäre das nicht möglich gewesen!“

Ludwig Starkl, gelernter Flugzeugbauer und Geschäftsmann aus Österreich, war in über 40 Jahren schon mehr als 2.000 Stunden in der Luft. Er war langjähriges Mitglied der Österreichischen Nationalmannschaft und nahm an vielen internationalen Wettbewerben erfolgreich teil.

Als frisch gebackener Eigentümer der Antares 23E mit der Werknummer 1 ist es ihm vor einigen Wochen in Namibia gelungen, ohne großen Aufwand die beiden schnellsten von etwa 350 in dieser Saison in Namibia geflogenen und beim beim OLC eingereichten 1.000er-Streckenflüge zu fliegen.

Herr Starkl, Sie konnten vor einigen Wochen erste Eindrücke von der Antares 23E gewinnen und waren auch gleich recht erfolgreich – bitte erzählen Sie!

Meine Antares wurde nach der Auslieferung im September direkt in den Container gepackt und nach Afrika verschifft, ich hatte deshalb keinerlei Erfahrung auf dem neuen Flieger. Zu Beginn hatte ich zunächst technische Probleme mit der Hydraulikpumpe, die aber nach wenigen Tagen behoben waren. Bei meinem ersten Flug habe ich mich schnell auf der Antares zuhause gefühlt, war aber von ihren Leistungen dann doch überrascht. An jenem Tag bin ich erst gegen 12.30 Uhr ohne große Ambitionen gestartet und eher gemütlich und ohne zu rasen, nicht über 200, ostwärts geflogen. Irgendwann habe ich dann über Botswana überlegt, eigentlich bin ich doch recht schnell unterwegs – wann ist eigentlich Sunset? Ich habe gerechnet und gemerkt: Hoppla, bei dem 160er Schnitt, den ich fliege, schaffe ich ja sogar den Tausender. Daraufhin habe ich umgedreht, Richtung Kiripotib, bin weiter geflogen, geradeaus an Aufwind-Reihungen entlang und kaum gekreist – was soll ich sagen, es hat nicht nachgelassen und plötzlich waren die tausend Kilometer geschafft – 1.002 Kilometer waren es dann genau. Ich hatte noch keine zehn Stunden Erfahrung auf der Antares und so eher zufällig einen Tausender ,runtergespult‘ mit Geschwindigkeiten, die konstant nahe am Durchschnitt des gesamten Fluges lagen, also bei 165 Kilometern pro Stunde.

Das war aber nicht Ihr einziger Coup in der vergangenen Saison.

Richtig. Einige Tage später war wieder gutes Wetter angesagt und ich flog etwas ambitionierter früher ab. Wieder führte der erste Schenkel nach Osten, aber schon nach 100 km drehte ich um und flog in den Westen an die Kante, den Abbruch zur Namibwüste. Dort sollte heute eine Konvergenzlinie entstehen, die hohe Schnitte und damit lange Flüge versprach Ich habe zunächst die westlichere Linie versucht, wo eine sichtbare Aufwindreihung stand, und war auf diesem Streckenabschnitt mit durchschnittlich ,nur‘ fast 200 Kilometern pro Stunde die schnellsten thermischen zweieinhalb Stunden meines Segelflieger-Lebens unterwegs. Dabei war dies im Rückblick eher die falsche Wahl, denn die prognostizierte gute Konvergenzlinie stand eher im Osten – wäre ich gleich dorthin unterwegs gewesen, wäre sicher ein Schnitt noch näher an 170 herausgekommen; so waren es letztlich für diese effektiv 1.029 Kilometer ,nur‘ 167 km/h. Und nachdem diese Tausend voll waren, hätte ich sogar locker noch weit über eineinhalb Stunden fliegen können und sogar 1.250 Kilometer schaffen können.
Ich möchte meine fliegerische Leistung nicht zu hoch bewerten, denn mit einem anderen Flugzeug wäre das nicht möglich gewesen. Es ist faszinierend zu sehen, um wie viel schneller ich an diesen Tagen als die Champions unterwegs war, deren Flüge im Schnitt um die 145 km/h lagen. Und ich bin auch noch nicht mit der maximale Flächenbelastung geflogen, denn bei beiden Flügen hätte ich noch 40 Kilogramm mehr Ballast mitnehmen können. Mit ihrer hohen Flächenbelastung ist die Antares jedenfalls bei afrikanischem Wetter unschlagbar.

Sie haben die ,Champions‘ erwähnt – was hat es damit auf sich?

Unter dem Motto ,Flying with the Champions‘ veranstalte ich ein Programm in Kiripotib Namibia, bei dem ambitionierte Trainees sich von echten Champions coachen lassen können. Dabei waren im November Holger Karow, Janusz Centka, Uli Schwenk und Andy Davis. Steve Jones und Wolfgang Janowitsch Als Flugzeuge standen vier Arcus M, ein Arcus E und eine zwei ASH 25 zur Verfügung. Es war ein voller Erfolg für alle Beteiligten. Als Mitorganisator bin ich dadurch leider selbst nur vier Mal in die Luft gekommen. Übrigen dieses Jahr zwischen 1. und 14. November gibt es wieder ,Fliegende Champions‘.
Ich verchartere meine Antares auch, und so hat Janusz Centka mit ihr einen neuen polnischen Rekord geflogen. Centka sagte mir, er sei noch nie so lange so schnell unterwegs gewesen.
Für Namibia ist die Antares sicher das beste Flugzeug überhaupt – aber sie wird sicherlich auch auf der nächsten WM in Polen eine große Rolle spielen.

Foto: Rent-a-Glider GesmbH