Gisela König Erste Erfahrungen mit dem Antares 20-Meter

Obwohl ich schon von anderen Piloten wusste, wie leichtgängig die Ruder und wie wendig der Antares sein sollte, war ich bei meinem ersten Flug doch angenehm überrascht: Man muss ihn erst geflogen haben, um dies zu glauben! Ich hatte sogar das Gefühl, dass trotz der größeren Spannweite, alles noch leichter ging als bei meiner alten LS6!

So fiel mir die Umstellung auf das 20 m Flugzeug sehr leicht. Als kleine Pilotin saß ich dank der verstellbaren Sitzwanne und der spreizbaren Seitenruderpedale so gut, wie in keinem andern Flugzeug zuvor. Keine Knieschmerzen mehr!

Alle Griffe sind ergonomisch angeordnet. Die größten Bedenken hatte ich jedoch, ob ich das Flugzeug überhaupt alleine aufbauen könnte. Die serienmäßig mitgelieferte Aufrüsthilfe ist genial konstruiert! So hatte ich nach einiger Übung keine Probleme mehr.

Inzwischen habe ich rund 80 Stunden und ca. 5 000 Überlandkilometer geflogen. Bei den Blockmeisterschaften in Lüsse (August 2004), konnte ich zum erstenmal den Antares mit den anderen Flugzeugen der Offenen Klasse vergleichen.Das Wetter war, bis auf den ersten Tag, durchweg gut. Allerdings gab es im Tagesverlauf öfters Streckenabschnitte, die schwierig waren z.B. durch Überentwicklungen. Mein Eindruck war, dass der Antares im Gleiten mit den „Langohren“ sehr gut mithalten konnte. Aber auch im Steigen konnte ich keine großen Unterschiede feststellen.

Da ich leider keine Mückenputzer hatten, wurde die Leistung des Flugzeuges im Laufe des Tages deutlich schlechter. Mückenputzer sind für künftige Wettbewerbe ein Muss!

Am 7. Tag hatte ich den direkten Vergleich mit einem Doppelsitzer der offenen Klasse. Wir glitten 40 km in „toter Luft“, mit einer Geschwindigkeit von 110 –120 km/h, nach dem Motto hopp oder topp, na ja, man kriegt das nächste Steigen oder man wirft den Motor… Auch hier gab es keinen Unterschied. Wir stiegen in der nächsten Thermik in gleicher Höhe wieder ein.

Wie sich der Antares bei sehr schwachem Wetter im Vergleich zu den anderen „Langflüglern“ schlägt, bleib noch abzuwarten.

Für mich ist das Flugzeug (gerade als Frau) gut zu handhaben, es besticht mit seinen guten Leistungen und seinen guten Flugeigenschaften. Ich bin sehr begeistert und freue mich auf die kommende Saison.